Thailand, Tag 13, Chiang Mai

Songkran ist der Beginn des neuen Jahres in Thailand. Dann werden der ganze Schmutz und Abfall des letzten Jahre weggeschmissen und es werden Häuser und Wohnungen sauber gemacht. Dieses Saubermachen rührt aus dem Glauben, dass aller Schmutz und Abfall aus dem alten Jahr dem Besitzer im neuen Jahr nur Unglück bringen würde. Auch Mönche und Buddha-Figuren werden mit Wasser übergossen. Außerdem werden zum Zeichen der Ehrerbietung die Hände der älteren Familienmitglieder mit Wasser übergossen.

Es gibt also an Songkran mehr als nur die Wasserschlachten auf den Straßen. Nun habe ich mich aber dieses Jahr in Wasserschlacht gestürzt, dem wohl populärsten und spektakulärsten Teil des Songkran-Festes. Unter anderem auch wegen des Spektakels habe ich meine ursprünglich für das Jahresende vorgesehene Reise nach Thailand ja kurzfristig vorverlegt. Am Ende gibt es noch drei Fotos, die mir eine Freundin überlassen hat, die die Zeremonie zu Hause zeigen.

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Thailand, Tag 12, Chiang Mai

Es wurde angemerkt, dass ich meine Blogeintragungen vernachlässigt habe. Aber ich muß gestehen, dass es nachts in einem Hotelzimmer spannenderes gibt, als vor dem Laptop zu sitzen.

Aber heute war es krass. Chiang Mai. Kaum Thais, fast nur Touris. Ich sitze da so in der Havanna-Bar, die Kamera nicht mal ausgepackt.

Aber dann, um Mitternacht, schließen die Bars, und plötzlich gibt es ein Hasten und ein Treiben, die TukTuks kommen angebraust, die Motorroller werden angelassen, und es geht – wohin auch immer.

Eine letzte Mahlzeit vor dem Ortswechsel an den Küchen der Straßen, man trifft sich, redet plötzlich miteinander, und selbst die Europäer lassen sich widerspruchslos ablichten…

Milchschaum

29. Juli 2014

In meinem vorigen Eintrag hatte ich ja von Lotta erzählt, die wahrscheinlich denkt, dass mein Nachname „Milchschaum“ ist. Denn „Dominique, Milchschaum“ ist für sie ein feststehender Begriff. Und da sie ebenso traditionsbewusst wie spontan ist, hatte ich heute Gelegenheit, beim Milchschaum-Ritual die Fotos zu dem Text zu machen. Lustigerweise hatte ich den Ablauf heute nicht mehr so ganz parat, so wollte ich z.B. den Kaffee selber in den Filter füllen. Aber Lotta intervenierte, so dass der Ablauf der Bilder haargenau zu meinem Text von gestern passt:

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Cosplayer

07. Juni 2014

Heute habe ich mich ja mit meinem Zweit-Hobby neben Bauwagen-Ausbau gewidmet: Cosplayer fotografieren. Mittlerweile ja die einzige Gruppe von Leuten, die nicht aufschreien, wenn man die Bilder von ihnen ins Netz stellen will, sondern die es geradezu darauf anlegen. Kein Wunder, ist es ja bei dem Hobby wie bei den Promis vom Roten Teppich: Gesehen werden ist alles. Nur das die Cosplayer dabei wesentlich einfallsreicher sind. Und das Reservoir scheint unerschöpflich: War doch gerade vor zwei Wochen Japan-Tag hier in Düsseldorf, und auch da war die Stadt voller Cosplayer. Und sie kommen nicht nur aus der ganzen Republik, selbst aus Dänemark habe ich welche getroffen.

Und auch hier wurde ich mit meiner Kindheit konfrontiert: Denn Treffpunkt war der Nordpark, in dem ich schon seit gefühlten 100 Jahren nicht mehr war, aber wo ich als Kind mal in den Froschteich gefallen bin…

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Der Bauwagen – letzter Teil

07. Juni 2014

So, das war’s. Mission in Düsseldorf erfüllt, Bauwagen ferig. Und, was mich doch mit Freude erfüllt: Einschl. Fuß- und sonstigen Leisten. Denn das Kleinteilige, was lange aufhält, habe ich früher doch hin und wieder hinten runter fallenlassen.

Deswegen konnte ich mich heute auch wieder mal der fotografischen Tätigkeit widmen, kommt im nächsten Eintrag.

Für die hartgesottenen unter Euch gibt’s auch ein Video, schön verwackelt, aber es zeigt mehr als Fotos. Und für Iljos kommt ganz am Ende noch ein Schmanckerl 😉

Alles was im Garten grünt und blüht liegt nicht in meiner Verantwortung, das machen die Bewohner des Hauses. Ehre, wem Ehre gebührt. So lange ich hier noch wohnte, gab’s einen „Wildgarten“, will sagen, dass die Gartenarbeit nicht mein Ding ist.

Hier das Filmchen: http://youtu.be/-iSYby_lXa0

L’escalier vert

03. Juni 2014

Ich bin ja immer noch fleißig beim Ausbau meines Bauwagens, wobei der im Großen und Ganzen fertig ist. Aber mit der mir eigenen Liebe fürs Detail finde ich doch immer etwas, was mich zum weitermachen verleitet. Außerdem gibt es ja auch noch weitere Baustellen im Haus, die bearbeitet werden wollen. Zum Beispiel im Keller, der nach 30 Jahren doch mal wieder einen Anstrich vertragen könnte. Oder, wie die Treppe einen erstmaligen. Wartet sie doch nach dem Einbau vor 30 Jahren immer noch auf ihren Anstrich und auf ihr Geländer. Das alte schöne Geländer gibt’s sogar noch, kann aber jetzt doch wegbleiben, es hat bisher niemand vermisst, auch wenn sich Architekten an den Kopf fassen. Auf der anderen Seite kann man schlecht sagen, da man es in den letzten 30 Jahren nicht vermisst hat, wird man es auch in den nächsten 30 Jahren nicht vermissen werden. Denn in 30 Jahren wäre der älteste Bewohner (Nein, nicht ich!) 95 Jahre alt.

Übrigens, früher war ich eher wortkarg, habe auf Fragen meiner Mutter z.B. recht einsilbig geantwortet. Enthemmter wurde ich nur durch ein wenig Alkohol, dann taute ich regelrecht auf. Nun, mittlerweile brauche ich keinen Alkohol mehr, nur eine kleine Frage reicht und ich hole aus und erzähle mein ganzes Leben.

Oder eine nette Überschrift, wie die obige und ich könnte erzählen und erzählen. Denn die Kellertreppe ist nun grün und das ist sie ja nicht ohne Grund. Denn die Geschichte der grünen Kellertreppe beginnt vor langer Zeit, genauer im Jahre 1994 im Finanzamt Düsseldorf-Altstadt. Dort begegnete mir ein Engel, der mir 20 Jahre später mitteilen sollte, dass die Kellertreppe grün gestrichen werden solle. Und so geschah es, das Werk ist vollendet und der Engel ist wieder entfleucht.

So einfach kann das Leben sein, zur rechten Zeit ein Engel, oder ein reitender Bote und schon ist alles wieder in Ordnung. Doch die kommen sehr selten, die reitenden Boten und die Engel. 2014-06-04 00.22.57

Der erste!

25. Mai 2014

Der erste Milchkaffee aus dem Bauwagen, gebrüht und gekocht mit der alten Espressomaschine vom Aldi und der neuen Induktionskochplatte aus der Metro. Meine erste Erfahrung mit einer Induktionskochplatte: Entschleunigung war gestern. So schnell habe ich noch nie Milch überkochen sehen…

Wie man sieht, bin ich mit dem Streichen noch nicht weit gekommen. Erstens weil mich das Weiße noch nicht wirklich überzeugt hat und zum anderen, weil ich ja doch lieber erst mal die Kommunikationseinrichtungen angeschlossen habe. Denn Sonntags kommt im Berliner Radio eine Radio-Talkshow mit Bettina Rust, zwei Stunden mit einem Prominenten, ist oft sehr interessant. Und danach die Blödel-Sendung „Samt und Sonders“ mit Olli Schulz und Jan Böhmermann. Find ich ertstaunlicherweise lustig. Sonst bin ich für sowas ja eher nicht zu haben.

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Mit dem Lego-Telefon kann man übrigens wirklich telefonieren…

Ein (fast) unwirklicher Ort

18. Mai 2014

Heute war ich bei Freundin Dolly auf dem Land vor den Toren Berlins.

Damit ist eigentlich alles gesagt – und auch nichts. Ich bin ja nicht unbedingt als der große Naturfreund bekannt, ich finde es ja viel prickelnder, wenn ich abends um 11 noch zu Rewe gehen kann, als stundenlang in der Natur herum. (Allerdings bin ich neulich über mich hinausgewachsen, als ich geschlagene drei Stunden mit Freund Harald und seiner Freundin durch die Natur gewandert bin. War auch sehr schön, es gab auch Kunst zu sehen, es war die Museumsinsel Hombroich bei Düsseldorf). Aber was einem entgegenschlägt, wenn man aus der großen Stadt kommend, zu Dolly auf’s Land fährt, dort die Autotür aufmacht und aussteigt, haut selbst mich immer wieder aus den Socken.

Zuerst ist man, bin ich völlig irritiert, weil ich einen solch intensiven Geruch der Natur überhaupt nicht erwartet habe. Klar, dass es anders riecht, weiß man ja. Und ich war ja auch schön öfter dort, weiß im Prinzip, was mich erwartet: Natur halt. Heute war es regnerisch und somit auch sehr feucht, was den Eindruck der „Frische“ noch verstärkt hat. Also erst mal tief Luft holen – die Augen schließen (ich und die Augen schließen der Natur wegen – ein eher seltener Vorgang) und lauschen. Und lauschen. Und immer noch lauschen. Denn man hört erstmal: Nichts. Absolute Ruhe. Es gibt in Radiostudios sog. „Schalltote Räume“, die so konstruiert sind, dass sie jeglichen Schall schlucken. Wenn man einen solchen Raum betritt, ist man sehr irritiert, vielleicht sogar befremdet, weil man Übergangslos von einem normalen, hallenden Raum in diesen schalltoten Raum geht und gar nicht direkt realisiert, was los ist, was jetzt anders ist und woher der Unterschied kommt. So ging es mir heute mit und in der Natur.

Und dann liegt Dollys Grundstück noch an einem See. Aber was heisst schon „See“. Es ist ein Hammer von See. Und das faszinierende ist eben, dass so ein See ja eigentlich nichts macht, aber dieses Nichts macht er so gewaltig beeindruckend, dass man die Luft anhalten möchte, um dieses Nichts nicht zu stören.

Ich habe mit der neuentdeckten Videofunktion meines Handys mal versucht das einzufangen http://youtu.be/26Qx9xhiGjQ – wer es sich anschaut, möge mal den Ton ganz laut stellen, dann kann man doch noch etwas hören: die Vögelein, wie sie zwitschern und der Kuckuck, wie er ruft…

Außerdem hat Dolly mir noch einen Frühlingsstrauß 2014-05-18 15.48.28a
geschenkt, nicht ohne sich vorher zu vergewissern, dass ich ihn auch wertschätze. Davon konnte ich sie aber überzeugen, in dem ich erzählte, dass ich mir selbst hin und wieder etwas Blumenschmuck von bereits erwähntem Rewe mitbringe…

Verrückte Stadt

16. Mai 2014

Es ist eine verrückte Stadt, dieses Berlin. Und dank des passenden Jobs bekomme ich auch relativ viel davon mit. Zum Beispiel gestern, zwei Kulturtermine. Von der hohen Kultur im Deutschen Theater mit der grandiosen Corinna Harfouch als Wassa Schelesnova im Stück von Maxim Gorki zur Subkultur in den KitKatClub, einem bekannten Szeneclub in dem Fetisch-Kostüme Pflicht sind und sexuelle Aktivitäten nichts ungewöhnliches sind (Wie ich vom Hörensagen weiß ;-)). Dort stellte eine gewisse Lexi Hell ihr Buch vor, in dem sie ihr „Leben zwischen Laufsteg und Swingerclub“ ausbreitet. Lexi Wer? wird sich mancher zu Recht fragen. Lexi Hell, die sich hauptsächlich durch ihre Ganzkörper-Tatoos auszeichnet und in Berlin den Fotografen auch öfter vor die Linse läuft.

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